Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen
Kreditvergabe durch Banken stellt auch immer eine Geldschöpfung dar. Die Steuerung der Geldmenge obliegt laut Gesetz der Europäischen Zentralbank, de facto unterliegt die Geldschöpfung jedoch fast ausschließlich der Kontrolle der Geschäftsbanken. Durch die Spitzenrefinanzierungsfazilität, Verzinsung der Zentralbankgeldguthaben in Höhe der Leitzinsen und gegenseitige Kreditvergabe zwischen Geschäftsbanken, durch die Schöpfung notenbankfähiger Sicherheiten mittels Kreditvergabe sowie die Erzeugung von Eigenkapital durch Zinseinnahmen, Aktienverkäufe und gegenseitige Beteiligungen unterliegt die Kreditvergabe und damit die Geldschöpfung durch Geschäftsbanken effektiv keinen Begrenzungen. Per Verordnung der Bundesbank werden seit längerem statistische Meldeverfahren zur Kreditvergabe angewandt. Daneben überwacht die Evidenzzentrale alle Millionenkredite und gibt den Kreditinstituten Rückmeldung zur gesamten Verschuldung von Kreditnehmern mit Millionenkrediten.
Da Kredite eine deutlich längere Laufzeit aufweisen als Einlagen, ist das Bankensystem prinzipiell nicht in der Lage, einem flächendeckenden Einlagenabzug nachzukommen. In der Finanzkrise nach der Insolvenz von Lehman Brothers konnten die massiven Liquiditätsprobleme im Bankenbereich, durch die im September 2008 der Systemzusammenbruch drohte, nur durch Interventionen von Zentralbanken und Regierungen behoben werden.